Pictorial Entertainment Light

Die Aus­stel­lung New For Now. The Ori­gin of Fashion Maga­zi­nes im Rijks­mu­se­um, Ams­ter­dam (12. Juni – 27. Sep­tem­ber 2015)

Auch als Echo auf das Auf­kom­men von Fashion­blogs und die Dis­kus­si­on um deren – von ‚oben’ zunächst arro­gant belä­chel­tes, von ‚unten’ vor­schnell als ›Demo­kra­ti­sie­rung der Mode‹[1] eupho­ri­sier­tes – struk­tur­wand­le­ri­sches Poten­ti­al in Kon­kur­renz zu eta­blier­ten Print­ma­ga­zi­nen, hat eine Aus­ein­an­der­set­zung mit der Geschich­te euro­päi­scher Mode­zeit­schrif­ten in den ver­gan­ge­nen Jah­ren an Kon­tur gewon­nen. Mit New for Now. The Ori­gin of Fashion Maga­zi­nes wid­met nun das Rijks­mu­se­um in Ams­ter­dam den frü­hen Maga­zi­nen und ihren Vor­läu­fern eine Son­der­aus­stel­lung. Die­se umfasst eine Zeit­span­ne vom 16. bis zum frü­hen 20. Jahr­hun­dert und situ­iert sich damit dezi­diert vor der Ent­ste­hung der Mode­pho­to­gra­phie. Pic­to­ri­al Enter­tain­ment Light wei­ter­le­sen

Heitere Momente des Als-Ob

The Kni­fe in der Colum­bia­hal­le, Ber­lin (11. Mai 2013)

Als The Kni­fe 2006 ihr ers­tes Kon­zert spiel­ten, hat­ten sie mit Silent Shout bereits ihr drit­tes Stu­dio­al­bum ver­öf­fent­licht. Ihre bis dahin unge­lös­te Fra­ge, wie sich elek­tro­nisch pro­du­zier­te Musik jen­seits eines blo­ßen Play­backs in einer Büh­nen­si­tua­ti­on prä­sen­tie­ren lie­ße, beant­wor­te­te das schwe­di­sche Geschwis­ter­paar mit einer hoch­gra­dig thea­tra­len Insze­nie­rung, die das musi­ka­li­sche Liveele­ment auf den Gesang und ein­zel­ne Drum­spu­ren redu­zier­te. Sowohl am vor­de­ren Büh­nen­rand als auch am Büh­nen­ho­ri­zont waren Lein­wän­de instal­liert, die mit auf­wän­dig pro­du­zier­ten, die Musik illus­trie­ren­den Visu­als pro­ji­ziert wur­den. Hin­ter dem in schwar­zen Over­alls geklei­de­ten und mit Latex mas­kier­ten Duo befand sich eine Staf­fel neon­bun­ter Schein­wer­fer, die, vom Rhyth­mus der Musik getrig­gert, deren bereits visu­ell über­schrie­be­ne Kör­per gänz­lich in ein sprin­gen­des Schat­ten­spiel auf­lös­ten. Hei­te­re Momen­te des Als-Ob wei­ter­le­sen

Das Ende der Unterscheidungen

Dave Eggers Roman The Cir­cle (2013)

Als im Okto­ber 2013 Dave Eggers Roman The Cir­cle erschien, war der Skan­dal um die vom ehe­ma­li­gen Geheim­dienst­mit­ar­bei­ter Edward Snow­den ent­hüll­ten Spio­na­ge­pro­gram­me der US-Regie­rung gera­de ein­mal vier Mona­te alt. Die in einer als Syn­the­se von Face­book, Goog­le und Twit­ter cha­rak­te­ri­sier­ten Fir­ma situ­ier­te Geschich­te schien damit per­fekt in das scho­ckier­te Kli­ma der just aus­ge­ru­fe­nen Big-Data-Apo­ka­lyp­se zu fal­len. Schließ­lich beschreibt Eggers die Wirk­lich­keit eines Sys­tems, in dem Mensch und Leben auf deren quan­ti­fi­zier­ba­ren Ele­men­te redu­ziert, die Idee indi­vi­du­el­ler Frei­heit zuguns­ten eines Phan­tas­mas abso­lu­ter Sicher­heit durch umfas­sen­de Über­wa­chung auf­ge­ge­ben und das Geheim­nis als Kon­sti­tu­tiv demo­kra­ti­scher Wil­lens­bil­dung im Zei­chen der Trans­pa­renz kri­mi­na­li­siert wer­den. Das Ende der Unter­schei­dun­gen wei­ter­le­sen